Sanierung Sagenraintobel Wald

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Portrait und Geschichte

sagenraintobelWenn heute der Schmittenbach gemächlich durch das Tobel fliesst, sich träge über Schwellen ergiesst und stiebend über seine Felsriegel hinunter fällt, so ist ihm dieser geruhsame Wasserlauf zu gönnen.

Früh schon musste er nämlich, ähnlich wie die Kinder der damaligen Bauern und Fabrikarbeiter, harte Arbeit überwinden. Sein Gefälle von gut 200 Metern von der Chürzi bis ins Dorf verlieh ihm die nötige Kraft, die man sich schon früh nutzbar machte.

Bereits 1683 berichtet ein Streit ums Wasserrecht von einer Schleife und einer Schmitte am grossen Wasserfall nach dem Waldeintritt. Es ist anzunehmen, dass der Bach dadurch auch zu seinen Namen kam. Mit dem Bau der Textilfabriken begann dann die intensive Ausnutzung seiner Energie: Vom Webereggweiher wurde sein Wasser zur Hinterwaldturbine geleitet, um Elektrzität zu erzeugen für die Weberei Kühweid.

Der Haltbergweiher, der mit seinen Druckleitungen gegen 120 000 Kilowatt Energie pro Jahr erzeugte für den gleichen Textilbetrieb, wurde auch vom Schmittenbach gespiesen. Und aus der Nähe des Püntertöbelibaches bezog der Kühweidweiher seinen Speichervorrat zur Betreibung der Weberei Sagenrain auch aus dem gleichen Bachlauf. Dass dann anfangs des 20. Jahrhunderts das Tobel entdeckt wurde als Wandergebiet von aussergewöhnlicher Schönheit, ist der Fabrikantenfamilie Oberholzer zu verdanken.

Gemäss dem Vorbild der Guyer-Zeller-Wege ermöglichten sie den Ausbau eines Wegnetzes mit Brücken und Treppen. So boten sie einerseits ihren Arbeitern ein Erholungsgebiet, andererseits aber auch der Walder Bevölkerung eine willkommene Gelegenheit, dem neu entdeckten Wandersport zu frönen. Damals und auch in den folgenden Jahren bis heute, war man bei Unwettern und Hochwasser auf Hilfe angewiesen. Immer wieder war es der Verkehrsverein, der zusammen mit der Hilfe der Walder Bevölkerung tatkräftig Wiederherstellungsarbeiten an die Hand nahm, um das attraktive Wegnetz für die Öffentlichkeit zu erhalten.

 

Urs-Peter Zingg, Chronist der Gemeinde Wald